by PeTu

Inscius Dominus

(die Unwissenden)

 

Interessant und erstaunlich erscheint mir eine Nachricht des Herrn Thomas Csery, welcher auf der Liste Freiheitliche Wirtschaft Salzburg (FW – RfW und Unabhängige) als Listenzweiter für die anstehenden Kammerwahlen kandidiert.

Erstaunlich deswegen, weil Herr Csery die Listenführerin, Frau Sabine Pollhamer und den in der Liste dritt gereihten Herrn Ing. Christian Pewny auf der Liste ausgestrichen hat und somit die Botschaft wohl lauten sollte, „wählt mich, weil ich bin der Beste“!

Interessant ist, dass das Schreiben an verschiedene Taxi- und Mietwagenunternehmer mit der Listenführerin nicht abgesprochen, ergangen war, Csery vermeint offensichtlich, dass er mit dieser (einmaligen) Vorgangsweise den ersten Platz erobern könne. Die „Zerfleischung“ in der FPÖ spielt sich ganz offensichtlich nicht nur an der Spitze der Partei ab, sondern zieht sich wie ein roter Faden bis zur Salzburger Kammerwahl durch.

Nunmehr zum Schreiben von Herrn Thomas Csery, das wie folgt lautet:

 

Wahl 2020 (2 bis 5 März)

 

Guten Morgen!

Liebe Kollegen die Wahlkarten sind da!

Ich würde auf eure Stimmen hoffen um etwas in Salzburg bewegen zu können!

Kleiner Auszug:

  • Unterschiedliche Tarife für mini Busse und normale PKW!
  • Feste Flughafentarife
  • Feste Tarife für Festspielauffahrten
  • Mehr Zusammenarbeit mit Ordnungsamt und Finanzpolizei gegen illegale Firmen!
  • versuch die Konzessionen wieder zu regelmentieren!
  • Wieder mehr Standplätze
  • Usw……..

 

Ich sitze selber im Taxi um alles auch richtig bewerten zu können, nicht wie andere Funktionäre die keine Ahnung mehr haben vom Taxi Geschäft!

 

LG

Thomas Csery

(Das Schreiben wurde Original übernommen, diverse Rechtsschreibfehler sind dem Verfasser zuzuordnen)

 

Werter Herr Csery,

 

nunmehr werden wir Punkt für Punkt Ihrer Forderungen genauer betrachten und dazu werde ich Ihnen meine Meinung darlegen.

Zu Punkt 1), 2) und 3) sei festzuhalten, dass wir keinesfalls eine Liberalisierung des verbindlichen Tarifes in der Stadt Salzburg haben wollen. Die Forderungen nach eigenen Flughafentarifen sind nicht neu und verlangen bekanntlich auch Ihre rumänischen Freunde der IG-Taxi, wo Sie als Funktionär agieren oder agiert haben. Da würde sich der Walser Bürgermeister, Herr Joachim Maislinger, schön bedanken, wenn seine Walser Bürger z.B. vom Flughafen in das Gemeindegebiet Wals „überteuert“ befördert werden würden!  Das wird es mit Sicherheit nicht spielen. Und was heißt feste Tarife für Festspielauffahrten? Da müssten Sie schon präzise sagen, wie Sie sich das vorstellen, ohne die verbindliche Tarifverordnung zu verletzen bzw. zu umgehen. Auch da gibt es keine politische Zustimmung.

Zu Punkt 4) – was denken Sie eigentlich, oder wie stellen Sie sich eine „Zusammenarbeit“ mit der Finanzpolizei oder sonstigen Behörden vor. Sie glauben doch nicht wirklich, dass die Finanzpolizei oder das Ordnungsamt mit Taxiunternehmern „ZUSAMMEN ARBEITET“! Wenn Sie etwas anzuzeigen oder vorzubringen haben, besteht auch für Sie jederzeit die Möglichkeit, eine entsprechende Sachverhaltsdarstellung bzw. Anzeige einzubringen.

Zu Punkt 5) habe ich schon sehr oft referiert, Sie sind ganz offensichtlich nicht fähig die Lage zu begreifen und richtig einzuschätzen, ansonsten würden Sie nicht neuerlich eine Art „Bedarfsprüfung“ verlangen. Als das damals bestehende Regulativ „Bedarfsprüfung“ für die Verleihung einer Taxikonzession im Jahre 1986 auf Grund einer Klage als verfassungswidrig aufgehoben wurde, war der Bub Thomas gerade mal 14 Jahre und besuchte die Pflichtschule. Also lange vor der Zeit, als Csery beschloss, mit dem Taxigewerbe sein Brot zu verdienen, er musste in den Anfängen seiner „Taxizeit“ über diese einschneidende Maßnahme und schwierige Materie nicht  wirklich Bescheid wissen. Nur zum jetzigen Zeitpunkt, wo Herr Csery nach einer höheren Funktion in der WKS strebt, müsste er sich allenfalls über die rechtliche Situation ausreichend informieren und nicht so einen Unsinn an die Mitglieder des Taxi- und Mietwagengewerbes kommunizieren.  Wenn dem Herrn Csery zu viele Taxis auf der Straße sind, sollte er doch mit gutem Beispiel vorangehen und seinen Fuhrpark reduzieren. Ach ja, das sollen gefälligst die Anderen machen, sorry – habe ich nicht daran gedacht.

Zu Punkt 6) „wieder mehr Standplätze“ – wieso eigentlich „wieder mehr“, wir haben heute mehr Standplätze denn je, die Stellplätze auf den Standplätzen könnten dort oder da großzügiger verordnet werden. Das ist aber meistens sehr schwierig, weil oftmals nicht genug Platz vorhanden ist (Altstadtbereich), auch der Interessensausgleich muss berücksichtigt werden. Wir sind nicht allein auf der Welt! Zu allerletzt will man Taxis schlicht und ergreifend nicht unmittelbar in seiner näheren Umgebung haben. Warum? Motor laufen lassen, Lärmerregung anderer Art, das ständige Zu- und abfahren der Fahrzeuge, um nur die wichtigsten Argumente anzuführen. Die Kehrseite der Medaille ist aber auch, dass umso mehr Taxistandplätze vorhanden sind, je höher die Anzahl der Taxis steigt, keine neue Erkenntnis!

Was Sie dann mit usw. ….. meinen, sollten Sie auch klar und deutlich darlegen, wir sind da nicht bei einem „Standplatz-Getratsche“, sondern wenn man in einem öffentlichen Schreiben Forderungen aufstellt, kann erwartet werden, dass der Verfasser präzise und genau formuliert, Die Verantwortlichkeit eines Funktionärs eines gesetzlichen Interessenvertreters ist ein andere „Liga“ als ein unsinniges und populistisches Schreiben an die Mitglieder, werter Herr Csery!

Im letzten Satz merken Sie an, dass andere Funktionäre keine Ahnung vom Taxigewerbe haben, könnten Sie da konkret werden und die entsprechenden Namen anführen? Oder verlässt Sie da der Mut, weil auch diese Behauptung unwahr ist, eigentlich ist diese unsinnige Behauptung eine Frechheit. Ist mir schon klar, Sie wollen mit aller Gewalt der Größte sein (oder werden), nur dazu fehlen Ihnen wahrscheinlich die grundlegenden Voraussetzungen.

 

In einem Wahlkampf wird viel gesagt, geschimpft und versprochen, nicht immer kann alles oftmals gehalten werden. Da werden vielversprechende Aussagen und Zusagen getätigt, da wird aber auch die Unwahrheit und Unsinn daher geredet, realistische und unrealistische Forderungen aufgestellt, da stellen sich manche Personen fast schon aufdringlich in den Vordergrund, viele jedoch machen ihren Job und die ihnen anvertrauten Aufgaben gut, reden aber nicht permanent darüber.

Es liegt jetzt an dem Leser zu beurteilen, wo Herr Csery anzusiedeln ist!

Peter Tutschku