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Straßen in Salzburg: Hermann Gmeiner Straße Drucken E-Mail
Geschrieben von: Martin Brandauer   
Dienstag, den 12. Januar 2010 um 11:15 Uhr

 

Wer war Hermann Gmeiner?

Hermann Gmeiner wurde am 23.Juni 1919 als sechstes von neun Kindern einer Bergbauernfamilie in Alberschwende, im österreichischen  Vorarlberg geboren. Mit fünf Jahren, im März  1925, wurde er durch den Tod seiner Mutter Angelika Halbwaise. Die älteste Schwester Elsa übernahm die mütterlichen Pflichten.

Durch seine Tätigkeit als Ministrant, die der sehr gläubige Gmeiner in der katholischen Pfarre des Innsbrucker Stadtteiles Mariahilf in seiner kargen Freizeit ausübte, kannte er den dortigen Kaplan Mayr. Als ihm im Winter 1947 ein zwölfjähriger Bub begegnete, dessen trauriges Schicksal ihn tief bewegte, kamen Erinnerungen an seine eigene Kindheit und seine Erlebnisse im Krieg hoch, wo ihm einmal ein russischer Junge das Leben gerettet hatte. Gmeiner wollte für das Kind unbedingt etwas tun. Nach langen Gesprächen überzeugte er Kaplan Mayr eine neue Jugendgruppe aufzubauen, und in dieser katholischen Pfarrjugendgruppe begann Gmeiners  Auseinandersetzung mit den sozialen Problemen der Kinder, die schließlich zur Gründung der SOS- Kinderdörfer führen sollte.
Er begann mit einem Kapital von 600 Schilling, dies waren seine gesamten Ersparnisse. Am 22. Juli 1949 kontaktierte er zahlreiche Tiroler Gemeinden mit der Bitte, seinem  Verein kostenlos ein Grundstück für den Bau eines Kinderdorfes zur Verfügung zu stellen. Das Wunder geschah, der Bürgermeister der kleinen Stadt Imst, Josef Koch, antwortete positiv auf die Bitte Gmeiners.
Am Weihnachtsabend, dem 24. Dezember 1950, wurde das erste Kinderdorfhaus von fünf Waisenkindern, die kurz vorher ihre Eltern verloren hatten, bezogen. Einige Monate später waren bereits fünf Häuser fertiggestellt und insgesamt 45 Kinder wohnten darin.
Um die Expansion seiner Kinderdörfer in geordneten Bahnen ablaufen zu lassen, gründete Gmeiner am 26. November 1960 im französischen Straßburg den Dachverband „Europäischer Verband der SOS Kinderdörfer“
Danach begann die eigentliche und bis heute unaufhaltsame Ausbreitung der SOS Kinderdörfer in der ganzen Welt. Nach weiteren europäischen Staaten folgte ein erstes überseeisches Kinderdorf in Südkorea. Es folgten Kinderdörfer in Indien, schließlich Lateinamerika und Afrika.
Heute bestehen 1715 Einrichtungen und Hilfsprogramme in 132 Ländern und Territorien, in denen über 60.000 Kinder und Jugendliche basierend auf der Idee  und den Idealismus von Hermann Gmeiner betreut werden. Eine kaum noch überschaubare Zahl von Schulen, Kindergärten, Straßen und Parks tragen seinen Namen.
Albert Schweitzer bezeichnete die Kinderdörfer als „freundlichstes Wunder der Nachkriegszeit.“
Am 26. April 1986 starb Hermann Gmeiner in Innsbruck. Seinen Wunsch entsprechend, wurde er im Kinderdorf Imst begraben, wo auch eine kleine Gedenkstätte an ihn erinnert.

Ihr Martin Brandauer


SOS-Kinderdorf in Österreich

Seit der Gründung im Jahre 1949 bis Ende 2007 wuchsen rund 7.100 Kinder und Jugendliche in österreichischen SOS-Kinderdörfern und Jugendwohngemeinschaften auf.
2006 sind rund 20 % aller Kinder und Jugendlichen in den SOS-Kinderdörfern, Kinderwohngruppen und Jugendeinrichtungen Voll- oder Halbwaisen, die restlichen 80 Prozent haben noch beide Elternteile.
Häufigste Aufnahmegründe sind: Überforderung der Eltern bzw. Mutter (u.a. durch fehlende Unterstützung des Vaters), psychische Krankheit, Scheidung oder Trennung der Eltern, Verwahrlosung und Misshandlung der Kinder und Jugendlichen.

Die familiennahe Struktur eines SOS-Kinderdorfes wird von vier wesentlichen Elementen bestimmt:
1. Die Mutter: Jedes Kind bekommt eine SOS-Kinderdorf-Mutter, die stellvertretend für die leiblichen Eltern zur ständigen Bezugsperson wird. Sie lebt gemeinsam mit den ihr anvertrauten Kindern in einem eigenen Haus wie eine Familie zusammen.
2. Die Geschwister: Die Kinder wachsen wie Geschwister gemeinsam in einer SOS-Kinderdorf-Familie auf. Sie besuchen öffentliche Schulen, da ein großer Wert auf die Integration in die umliegende Gemeinde gelegt wird. Der SOS-Kindergarten steht für Kinder aus der Umgebung offen.
3. Das Haus: Jede SOS-Kin-derdorf-Familie lebt in einem Ein-familienhaus, das die Familie nach eigenen Wünschen gestalten kann.
4. Das Dorf: Jedes SOS-Kinderdorf besteht aus ca. 10-15 Häusern. In vielen Dörfern gibt es einen Kindergarten, den auch Kinder der umliegenden Gemeinden besuchen. Die Familienhäuser sind in die Dorfgemeinschaft eingebettet und auf diese Weise wird den Kindern das Gefühl von Heimat vermittelt.

Wichtig ist die intensive Vorbereitung der Kinder auf ein selbstständiges Leben. So erhält jedes Kind eine individuell abgestimmte Schul- und Berufsausbildung

Quelle: http://www.sos-kinderdorf.at

 

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