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Der Eder-Kreisverkehr in Parsch Drucken
Geschrieben von: Udo Ebner   
Dienstag, den 20. Dezember 2011 um 10:23 Uhr

In der Stadt Salzburg sind bereits einige gefährliche Kreuzungen durch Kreisverkehre ersetzt und somit ‚entschärft‘ worden. Dass solch ein Verkehrsknotenpunkt nicht nur Vorteile hat, durchleuchtet der nachfolgende Artikel.



Als Einleitung möchte ich ein paar grundlegende Dinge, Kreisverkehre allgemein betreffend, zur Kenntnis bringen.

Jeder Autofahrer kennt ihn und er tritt im Straßenverkehr immer häufiger auf: der Kreisverkehr. Er ersetzt auf den Straßen eine gefährliche Kreuzung. Doch nicht jeder Verkehrsteilnehmer kennt die dort herrschenden Regeln.

Im Normalfall steht an der Einfahrt zum Kreisverkehr eine ‚Nachrangtafel‘ und somit gilt, dass das im Kreisverkehr fahrende Fahrzeug Vorfahrt hat. Fehlt das Schild, gilt für alle ‚Rechts vor Links‘ - der Einfahrende hat dann Vorrang!

Das Blinken beim Einfahren in den Kreisel ist nicht erlaubt. Dadurch soll der Eindruck vermieden werden, dass der Einfahrende sofort wieder ausfahren will. Der Blinker darf nur und muss beim Verlassen des Kreisverkehrs gesetzt werden. Beim Ausfahren muss dann auf querende Fußgänger und Radfahrer geachtet werden.

Plant man bei mehrspurigen Kreisverkehren das Ausfahren an der nächsten Ausfahrt, dann ist die rechte Spur empfehlenswert. Bei einer späteren Ausfahrt ist das Einordnen auf der linken Spur ratsam. Befindet man sich dann kurz vor der geplanten Ausfahrt noch auf der Innenspur, ist zur Gefahrenvermeidung eine Extrarunde empfehlenswert.

In Österreich ist der Kreisverkehr nach § 2 StVO eine kreisförmige oder annähernd kreisförmig verlaufende Fahrbahn, die für den Verkehr in eine Richtung bestimmt ist.

Nach Anhang 1 ist für die Kreuzung mit Kreisverkehr das Symbol A 22 zu verwenden.    Weitere Regelungen gibt es in der StVO nicht, da der Kreisverkehr wie eine normale Kreuzung behandelt wird. Bezüglich des Vorranges kommt es darauf an, ob für die einfahrenden Fahrzeuge das Verkehrszeichen ‚Vorrang geben‘ aufgestellt ist (Wartepflicht für die Einfahrenden - ‚Kreisverkehr mit Vorrang‘) oder nicht (Wartepflicht für die Fahrzeuge im Kreisverkehr nach der Regel ‚Rechts vor Links‘ - ‚Kreisverkehr ohne Vorrang‘). In den meisten Fällen steht an allen Armen des Kreisverkehrs die Tafel Vorrang geben. Es gibt in Österreich auch Kreisverkehre mit gemischtem Vorrang.

Vorteile 

Kreisverkehr mit 4 Einfahrten

Als Vorteil gegenüber einem herkömmlichen Verkehrsknoten ist die größere Verkehrssicherheit anzusehen. Diese wird vor allem durch die niedrige Geschwindigkeit der durchfahrenden Fahrzeuge erzielt, aber auch durch die bessere Übersichtlichkeit. Die Anzahl der Konfliktpunkte in einem Kreisverkehr ist weitaus geringer als an einer gewöhnlichen Kreuzung. Hinzu kommt, dass Unfälle glimpflicher ablaufen, da die Geschwindigkeiten in der Regel niedriger sind. Gleichzeitig kann dabei der Verkehrsfluss gesteigert werden. Die Durchlassgeschwindigkeit ist oft höher als bei einer vorfahrts- oder signalgesteuerten Kreuzung, da der Verkehr flüssiger laufen kann.

- Während eine Kreuzung mit mehr als vier Zufahrten mittels Ampel wesentlich komplexer zu steuern ist, ist bei einem Kreisverkehr die Anzahl der möglichen Einfahrten nur von der Größe des Ringes abhängig. Er stellt prinzipbedingt jegliche Verkehrsbeziehung der angeschlossenen Straßen bereit.

- Ein gut geplanter Kreisverkehr kann sehr hohe Verkehrsaufkommen mit einem Minimum an Stau sehr effizient bewältigen.

- Weitere Vorteile sind eine überschaubarere Verkehrslage, bessere Wirtschaftlichkeit durch die verteilende Wirkung und besserer Umweltschutz durch weniger Abgase und Lärm. Hinzu kommen geringere Wartungskosten gegenüber einer Ampellösung.

- Speziell für Schwerfahrzeuge sind die Ein- und Ausfahrten im Gegensatz zur Kreuzung, wo es zu Behinderungen des Gegenverkehrs kommen kann, wesentlich leichter zu durchfahren, wenn der Radius ausreichend groß ist. So ist es den Verkehrsteilnehmern auch möglich, den Kreisverkehr ohne Behinderung zum Wenden zu nutzen.

Nachteile


- Wegen ihres gegenüber einer normalen Kreuzung größeren Platzbedarfs an den Außenseiten lassen sich Kreisverkehre im Bestand nur selten verwirklichen (Ausnahme: Minikreisverkehr). Der freie Platz, der in der Mitte entsteht, kann dabei oft nicht mehr sinnvoll verwendet werden. Dieser Nachteil relativiert sich bei großen Kreuzungen, da der Platzbedarf einer großen Kreuzung mit Ampeln in etwa gleich groß ist.

- Die Führung von Fußwegen und Radwegen an Kreisverkehren kann problematisch sein, vor allem, weil in der Regel keine Ampelanlagen vorhanden sind und man so als Fußgänger besonders vorsichtig sein muss. Zwar sind Fußgänger gegenüber abbiegenden Fahrzeugen bevorrechtigt, wenn die Fußgänger sich in oder gegen deren Fahrtrichtung bewegen, je nach Abbiege-Radius kann die Geschwindigkeit von Fahrzeugen aber hoch sein. Radwege führen oftmals vor dem Kreisverkehr auf die Fahrbahn. Deshalb müssen Kraftfahrzeugführer besonders auf die Radfahrer achten, bevor sie in den Kreisverkehr einfahren. Ein weiterer Nachteil, insbesondere bei sehr kleinen Kreisverkehren (z.B. Steinlechner), ist die mangelnde Abgrenzung der Vorfahrtsrechte, da die Einfahrten eng aneinander liegen. So können die Fahrzeugführer nicht sofort erkennen, wer schon im Kreis ist. Ein weiterer Nachteil von Kreisverkehrsanlagen ist der lange Gehweg für Fußgänger, wenn diese einfach nur die Straße überqueren wollen.

- Kreisverkehre an Kreuzungen mit sehr hohem Verkehrsaufkommen sind auch deswegen problematisch, weil sich lange Rückstaus durch die wartenden einfahrenden Fahrzeuge bilden. 

- Dieser Nachteil gilt für Ampelanlagen nur bedingt. Wenn Hauptverkehrsstraßen– im Gegensatz zu einmündenden Straßen geringeren Verkehrsaufkommens– durch eine längere Grünphase bevorzugt werden, wird eine optimale Nutzung der vorhandenen Kapazität erreicht. Große Kreisel können sehr hohe Verkehrsaufkommen sicher und effizient bewältigen. Auch sind hoch belastete Kreisverkehre unfallträchtiger, da kleinere Lücken zum Einfahren risikoreich ausgenutzt werden müssen.

Um es kurz zu machen bleibt nur festzustellen, dass der Eder-Kreisverkehr fast ein Paradebeispiel dafür ist, wie man einen Kreisverkehr nicht einrichten sollte. Die täglichen Staus in der Gaisbergstraße stadtauswärts unterstreichen die unter „Nachteile“ fettgedruckten Zeilen deutlich. Damit einhergehend besteht für die Verkehrsteilnehmer auf der Abbiegespur in die Fadingerstraße eine bedenkliche Rechtsunsicherheit hinsichtlich Vorrangregelung.

Dem Vernehmen nach wollte die Baustadträtin noch heuer Umbaumaßnahmen setzen, um die momentane Situation zu verbessern, was aber scheinbar vom Bürgermeister wieder gestoppt wurde. Dessen Argumente würden mich wirklich interessieren.

Vielleicht gelingt es 2012, die täglichen Staus in Parsch durch entsprechende, gut geplante Umbauten am Eder-Kreisverkehr einzudämmen. Vielleicht wäre sogar eine „intelligente“ Ampelregelung die bessere und auch sicherere Lösung für die Eder-Kreuzung?

Für 2012 wünsche ich allen Leserinnen und Lesern der Taxizeitung 

FROHE WEIHACHTEN

und ein gutes

und erfolgreiches neues Jahr!

 

 

                              Ihr Udo Ebner

 

 

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