| Tag für Tag: Zeitgeist |
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| Geschrieben von: Udo Ebner |
| Montag, den 05. Juli 2010 um 10:03 Uhr |
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Allein in Österreich werden jeden Tag einige tausend Fahrgäste per Taxi befördert. Während einer Taxifahrt wird meistens mit dem Fahrpersonal über verschiedenste Themen gesprochen, wobei das Wetter wahrscheinlich eines der häufigsten ist. Im Gespräch mit einheimischen Fahrgästen erfährt man allerdings auch vieles, was die Leute aufregt. Ich darf einige Aussagen zur Kenntnis bringen: “…die Gebietskrankenkasse spart überall, nur die Gebisse für Ausländer müssen gerichtet werden…” “…die €-Milliarden für Griechenland können wir sowieso abschreiben…” Unmut über den teils wirklich desolaten Straßenzustand Unmut über die vielen “verkehrsberuhigenden” Maßnahmen, die in der Praxis leider nur zusätzlichen Stau verursachen die zunehmende Bettlerei wird angeprangert, vor allem auch, weil mittlerweile schon Sakralräume zum Betteln genutzt werden (wobei von diesen Leuten auf unsere Kultur keine Rücksicht genommen wird, von uns hingegen wird immer erwartet bzw. gewisse Kreise weisen dauernd darauf hin, dass wir doch bitte schön andere Bräuche und Kulturen zu respektieren hätten) Diese Äußerungen stellen nur einen kleinen Auszug dar, die vollständige Aufzählung aller Themen, worüber sich die Bevölkerung aufregt, würde diesen Rahmen bei weitem sprengen. Ein paar konkrete Fälle, die dringend behandelt werden müssen, möchte ich aber noch auflisten wie das Kinderschutz-Zentrum an der Lehener Kreuzung. Nach 22 Jahren entsprechen die Räumlichkeiten nicht mehr den Anforderungen und gehörten saniert. Trotz der Wichtigkeit dieser Einrichtung streicht der Bund reihenweise Förderungen, obwohl von politischer Seite immer propagiert wird, wie wichtig unsere Kinder seien, dass auf deren Ausbildung großen Wert gelegt werde und man alles tue … und so weiter. Die Praxis schaut dann leider ganz anders aus. Eine desolate Schwarzenbergkaserne scheint unseren Grundwehrdienern ohne weiteres zumutbar zu sein. Dieser Zustand wird sich auch in absehbarer Zeit nicht wesentlich ändern. Traurig !!!! Das Justizgebäude am Rudolfsplatz ist ebenfalls schon lange ein Sanierungsfall. Was macht der Bund als Gebäudeerhalter? Nichts !!! Traurig !!!! Die dortigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen weiter mit Zuständen leben, die eigentlich im Jahr 2010 nicht mehr vorkommen dürften und der Gesundheit nicht gerade zuträglich sind. Ähnliches trifft auf das Altersheim in der Karl-Höller-Straße zu. Viele Turnhallen in Schulen sollten schon längst renoviert werden. Auch hier hört man von politischer Seite interessanterweise oft, wie wichtig Sport für die Jugend ist, in Bezug auf Gesundheit und andere Dinge. Aber diese Aussagen darf man ebenfalls unter der Rubrik Lippenbekenntnisse ablegen, passieren tut auch hier wenig bis nichts. Im Taxi sind wir in erster Linie damit konfrontiert, dass sich viele Kunden über den Verkehr allgemein und über die Verkehrspolitik im Magistrat im Besonderen fürchterlich aufregen. Mittlerweile beschweren sich ja schon Obusfahrer, dass sie dauernd im Stau stehen. Fürs erste würde es schon mal sehr helfen, alle Fahrbahnverengungen, die in den letzten Jahren gebaut wurden, wieder rückgängig zu machen. In der Sterneckstraße zum Beispiel, die ja eher großzügig gebaut wurde und die wichtigste Ost-West-Verbindungsstraße darstellt, gehören schnellstens wieder je zwei Fahrspuren in beide Fahrtrichtungen geöffnet, genug Platz wäre ja da. Auch scheint im Schloss Mirabell noch niemandem aufgefallen zu sein, dass der Fußgängerübergang beim Volksgartenbad in der Bürglsteinstraße tagsüber stark frequentiert wird und der Stau dadurch weit in die Gaisberg-, Eberhard-Fugger-, Fürberg- und Aigner Straße zurückreicht. Meist wird die Ampel ohnehin nur von einer einzigen Person oder einem Radfahrer gedrückt, aber das dafür ständig. Hier gehört tagsüber ein fixes Intervall geschaltet. Die Fußgänger müssten dann ein paar Sekunden länger warten, das ist sicherlich zumutbar. Bundeskanzler Figl dürfte des Öfteren Taxi gefahren sein. Denn er hat oft gesagt, wenn man wissen will, wie die Leute denken, muss man Taxler fragen. Dies sollte aber kein Aufruf an so manch selbstherrlichen Politiker oder Politikerin sein – es gibt genug andere Gelegenheiten, um zu erfahren, was unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger bedrückt, bewegt und auf sonst irgendeine Weise auf die Nerven geht. Aber wollen unsere Volksvertreter das überhaupt alles erfahren? Oft entsteht der Eindruck, dass sie solche Dinge nicht wirklich interessieren. Leider! Udo Ebner |

Taxi-Zeitung 
